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  Historie

Historische Entwicklung der Berliner Bürgerbräu

Urkundlich erwähnt wurde 1753 erstmals das königliche priviligierte Krugrecht am Müggelsee. Das königliche Gutsbrauhaus befindet sich auch heute noch an der Seeseite, und konnte so im Winter die tiefen Eiskeller mit Natureis aus dem Müggelsee füllen. Höchstes Qualitätsbewusstsein zeigte sich schon in den Anfängen, so war auch in größter Sommerhitze die Kühlung der Lagerkeller mit Leichtigkeit sichergestellt. König Friedrich II kolonisierte den Ort. Er siedelte dort aus Böhmen fleißige Weber und Seidenspinner an. Zusammen mit Hugenotten pflanzten sie in Friedrichshagen Maulbeerbäume zur Seidenraupenzucht an. Domänienrat Pfeiffer wurde königl. Lehenschulze, der Mahl- und Braurechte verwaltete. Mit der Einführung der Gewerbefreiheit 1810 werden Mühlen- und Brauzwang aufgehoben.
 
CHRONIK über 125 Jahre Berliner Bürgerbräu

  • 1852
    Das königl. Lehenschulzengut Friedrichshagen wird parzelliert. Den einträglicheren Teil des königlichen Gutes mit den Mahl- und Braurechten gab es erst zum Schluß der Auflösung ab.
     
  • 1869
    Das königl. Lehenschulzengut erwarb Hermann Schaefer für 12.000 Taler. Eine neue Aera beginnt. Nach 2 Jahren hat Schaefer eine für damalige Verhältnisse sehr moderne Brauerei und einen respektablen Bierausschank geschaffen.
     
  • 1877
    Die Brauerei wuchs sehr schnell so daß der Schwiegervater die Verwaltung übernehmen mußte. Mit einem bayerischen Hopfenhändler wurde ein 10 jähriger Pachtvertrag vereinbart. Die ehem. königl. Gutsbrauerei machte sich durch die frische Hopfenherbe im Bier schon damals einen guten Namen.
     
  • 1888
    wird mit einem neuen Firmennamen "Brauerei Müggelschlösschen" erstmals 1 Mio. Liter überschritten.
     
  • 1900
    Nach dem Ausscheiden des Vaters Wallburg tritt der Braumeister Herr August Pauli dem Unternehmen bei, die dann am 1. September 1901 mit Berliner Gastwirten die Brauerei in eine Berliner Gastwirtgenossenschaftsbrauerei mit einer Einlage von 915.000 DM gründeten.
     
  • 1901
    Die Nachfrage des Bieres erhöhte sich sprunghaft. Der Bau eines neuen Sudhauses mit kupfernem Doppelsudwerk wurde notwendig. Zur Bierauslieferung reichten die Pferdefuhrwerke nicht mehr aus, deshalb wurde ein Teil des Biertransportes mittels eigener Dampfschiffe von Friedrichshagen nach Alt-Stralau sichergestellt. Dort erfolgte die Entladung der Dampfer durch 2 elektrische Drehkräne, die direkt auf die brauereieigenen Lieferfuhrwerke erfolgte.
     
  • 1904
    Der Bierumsatz steigt unaufhaltsam weiter. Anläßlich der 7. Kochkunstausstellung des Deutschen Gastwirtschaftsverbandes werden die Biere mit einem großen Preis und dem begehrten Ehrenpreis ausgezeichnet.
     
  • 1910
    8.840.000 Liter Jahresausstoss. Ein eigenes Laboratorium ermöglicht eine genaue Betriebskontrolle.
     
  • 1912
    Überschreitung der 10 Mio. Liter Jahresausstoßgrenze.
     
  • 1913
    14.000.000 Liter Jahresausstoß.
     
  • 1914 - 1918
    Im ersten Weltkrieg mangelt es an Rohstoffe. Wegen des Rohstoffmangels werden in dieser Zeit sogar Biere mit einem Stammwürzegehalt von 1 % gebraut.
     
  • 1926
    In der Nacht vom 14. zum 15. September vernichtet ein gewaltiger Brand einen Großteil der neu installierten Brauerei..
     
  • 1929
    Nach dem Brand wurden neue Anlagen mit größerer Kapazität eingebaut. Der weitergeführte Aufbau zahlt sich nach kurzem aus und bringt einen Ausstoß von über 30 Mio. Liter.
     
  • 1935
    Es wird die Genossenschaft der Gastwirte zerschlagen und eine Aktiengesellschaft gebildet, die "Berliner Bürgerbräu AG".
     
  • 1939 - 1945
    Unter den fürchterlichen Einwirkungen des zweiten Weltkrieges hat die Brauerei sehr gelitten.
     
  • 1946
    Die Exportbierproduktion beginnt. Die Berliner Bürgerbäu entwickelt sich aufgrund Ihrer ausgezeichneten Qualität schnell zur bedeutensden Exportbierbrauerei. Sie schafft sich weltweit einen hervorragenden Ruf in Australien, Bulgarien, England, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, Mosambique, Österreich, Rumänien, Schweden Sowjetunion, Spanien, Ungarn und den USA.
     
  • 1967
    Die beiden Kühlschiffe zur Trubentfernung werden durch zwei moderne Setzbottiche ersetzt.
     
  • 1967/68
    Die Flaschenabfüllung wird erweitert und ermöglicht eine erhebliche Leistungssteigerung.
     
  • 1980
    Es wurde für den Sudhausumbau der Grundstein gelegt und drei Jahre später erfolgte bereits die Einweihung.
     
  • 1985
    wurden die Gärkeller und Lagerkeller weiter ausgebaut und vergrössert, damit trotz der starken Nachfrage eine lange, kühle Reifung der Biere garantiert werden konnte.
     
  • 1986
    Im Sudhaus wird wegen der großen Nachfrage der Bierspezialitäten erneut erweitert. Auch die Lagerkellerabteilungen wurden erneut Vergrößert, was sich in der Qualität der Biere wiederspiegelt. So wurden der Berliner Bürgerbräu folgende hohe staatliche Auszeichnungen zuerkannt:
  • Betrieb der ausgezeichneten Qualitätsarbeit (14 mal)
  • Goldmedaille zur Leipziger Messe bzw. AGRA (12 mal)
  • Energiewirtschaftlich vorbildlich arbeitender Betrieb
  • Vaterländischer Verdienstorden in Gold
     
  • 1990
    Die VEB Berliner Bürgerbräu wurde zur Berliner Bürgerbräu GmbH.
     
  • 1992
    Die mittelständische Brauerfamilie Häring erwirbt die Brauerei.

    Die Berliner Bürgerbräu erhält von der CMA als siebte Brauerei der neuen Bundesländer eine Medallie für ihre Bierspezialität "Premium Pils" und wird anläßlich der "Grünen Woche" für eine weitere Bierspezialität ausgezeichnet: "Dunkler Bockbier". Damit war sie die erste Berliner Brauerei, die den dunklen Bock in der 0,5l Mehrwegflasche auf den Markt bringt. Aufgrund der großen Nachfrage wurde "Dunkler Bock" auch in Fäßern für die Gastronomie abgefüllt. Im gleichen Jahr wird von uns in den Bernauer Archiven die Rezeptur für das "Bernauer Schwarzbier" wiederentdeckt und in der Berliner Bürgerbräu gebraut.
     
  • 1994
    Die Berliner Bürgerbräu feiert am 05. Mai ihren 125. Geburtstag.

    Das historische, brauereieigene Bräustübl wird nach über einjähriger Restaurierung wieder eröffnet. Der Biergarten vor dem denkmalgeschützten Bräustübl wird vom Reg. Bürgermeister Herrn Eberhard Diepgen feierlich eröffnet. Eine weitere Bierspezialität, das "Rotkehlchen", kommt wieder zum Ausschank.